Leihbar - einfach besser leihen

Europäische Beamer-Wochen

Die Parole für die EM ist klar: Keiner soll sich die Spiele bei schalem Bier zu überhöhten Preisen mit Fremden im Stehen anschauen müssen. Mit der Beamer-Flat und dem Gewinnspiel „Tipp den Kick – Geld zurück“ macht Leihbar den Traum von der eigenen Fanmeile (oder dem eigenen Fanmeter) wahr.

Tipp den Kick richtig und du erhältst dein Geld zurück.

Albanien gegen die Schweiz, Wales gegen die Slowakei oder Island gegen Ungarn? Wer solche Spiele richtig tippt, ist der Champion der Tipprunden, die gerade wieder wie die Champignons aus dem Boden sprießen. Wenn du aber ganz genau weißt, wie Polen gegen Deutschland ausgeht, weil dein bester Freund aus Polen kommt und deine Cousine ein Praktikum bei Nutella gemacht hat, dann kannst du jetzt was viel besser machen als online für Geld zu wetten: Tipp den Kick – Geld zurück. Buch dir bei leihbar einen Beamer und lade ordentlich Freunde und Cousinen ein. Schreib uns eine Mail, welches Spiel ihr schaut und wie es ausgeht. Wenn du das exakte Ergebnis errätst, erstatten wir dir den Mietpreis zurück. Gewinnt Polen also 1:0 gegen Deutschland und du hast 1:0 getippt, gibts das Geld zurück. Gewinnt Polen 3:1 gehst du leider leer aus und dein bester Freund wird ohmächtig vor Jubel. Hast du mehrere Tage gebucht, darfst du für jeden einen Tipp abgeben – bekommst aber auch nur für die Tage dein Geld zurück, an denen du richtig gelegen hast.

Beamen wie Gott in Frankreich: die EM-Flat für 99 €.

Mannschaftsaufstellungen vergleichen, ewige Tabellen analysieren oder einfach nur im trüben Fischen? Das ist für dich eindeutig zu viel Aufwand, um dein Geld zurück zu bekommen. Du magst es einfach und unkompliziert. Viel Geld und Zeit zu sparen ist dein Ding. Dann hol dir die Flatrate für die ganze EM: Für 99 € kannst du mit einem unserer Acer HD-Beamer so viele Spiele schauen wie du willst und ihn ganz bequem am 11.Juli wieder abgeben. Schreib uns einfach eine Mail und sag uns, wann und wo du deinen Beamer abholen möchtest.
Faites vos jeux. Mögen die Spiele beginnen.

 


Prinzipiell einfach mal teilen

Eine TAZ Reporterin traf die Sharing Economy Pioniere Nikolai Wolfert (Leila) und Andreas Arnold (Leihbar) um zwei unterschiedliche Herangehensweise beim Verleih von Alltagsgegenständen zu ergründen

  taz leihbar
von Nikola Endlich

am 14.01.2016


Kaufen ist voll 90er

Julia Helms vom CfE sprach mit Michael Conzelmann von leihbar über Konsumverweigerung, Bob Dylan und die Macht der Faulheit

Kaufen ist so 90er_Twins_4zu3

Julia: Vor 10 Jahren war alles 80er, jetzt ist alles 90er. Euer neuer Werbespruch klingt für mich irgendwie generisch. Steckt da doch mehr dahinter als ein Schülerwitz?

Michael: Wir dachten zuerst an „Kaufen war gestern.“ Die Generation X hatte das Gefühl, dass der Mensch mehr ist als ein bloßer Verbraucher und verweigerte den Konsum. Die Jugend der 2000er wiederum hat eher versucht, das Glück auf dem Boden eines Cocktailglases zu finden und stürzte sich in den Hyperkonsum – bis die Party mit der Finanzkrise 2008 mit einem Knall vorbei war. Von dem her hast Du recht. Kaufen ist wohl doch eher 2000er als 90er. Geht aber nicht so leicht über die Lippen.

Julia: Die Jugend in den 90ern wollte also nicht kaufen. Warum hat das Sharing dann nicht schon damals abgehoben?

Michael: Es gab in den 90ern keine echte Alternative zum Kaufen. Sharing hat dem Mindset der Jugendlichen der 90er entsprochen, die technische Infrastruktur war aber noch nicht so weit. Ohne Internet war es sehr unwahrscheinlich, dass jemand anderes im näheren Umfeld genau das hatte, was man selbst brauchte. Und selbst wenn, hat man es nie erfahren, weil noch niemand so richtig wusste, wie man die Kraft der Wunschmaschine Internet zu

Die Jugend der 2000er wiederum hat eher versucht, das Glück auf dem Boden eines Cocktailglases zu finden und stürzte sich in den Hyperkonsum – bis die Party mit der Finanzkrise 2008 mit einem Knall vorbei war.

etwas Sinnvollem nutzen konnte. Heute ist das nächste Car-Sharing Auto nur einen Klick entfernt. Allgegenwärtige Netze, Smartphones und ein Schwarm von Autos machen das in Großstädten möglich. In den 90ern gab es auch schon CarSharing. Leider war es aber wahnsinnig kompliziert und nur für diejenigen interessant, die fußläufig in der Nähe der nächsten Mietstation gewohnt haben. Oder eben für die gläubigen Postmaterialisten.

Julia: Und ihr wollt das ändern. Dass sich eben nicht nur die Interessierten nachhaltig verhalten.

Michael: Manche philosophische Schulen glauben ja, der Mensch sei von sich aus nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Das klingt so geplant, absichtlich – und damit auch irgendwie unmoralisch. Ich bin mir sicher, dass eine der größten Triebfedern, oder besser gesagt Hemmschuhe, die Faulheit ist. Bob Dylan formulierte es so: „Menschen tun selten das, woran sie glauben. Sie tun das, was am bequemsten ist – und bereuen.“ Früher gab es wenig zu Essen. Der Mensch ist im Mangel zu dem geworden, was er heute ist. Wer sich seine Energie gut einteilen konnte, hat überlebt. Deshalb halten wir uns immer noch an die Heuristik, Faustregeln wie „wenn es im Gebüsch faucht, ist es wahrscheinlich ein Raubtier. Renn weg“. Wer zu lange überlegt hat, ob es vielleicht diesmal doch ein paarungsbereiter Mitmensch mit Hang zu Rollenspielen ist, wurde vom Löwen gefressen und konnte seine zweifelnden Gene nicht an seine Kinder weitergeben. Nur 1% der Daten, die jeden Tag auf uns einströmen, nehmen wir bewusst war. Gewohnheiten, mentale Abkürzungen, Ausblenden sind das Rüstzeug des modernen Menschen.

Julia: Also können wir uns aufgrund unseres evolutionären Erbes intuitiv nur falsch verhalten? Auch wenn wir die relevanten Informationen für die richtige Entscheidung bekommen?

Leihbar bringt die Bohrmaschine, GoPro oder den Beamer so nah wie möglich zu den Nutzern. Sie können auf unserer Webseite bestellen und am nächsten Tag im Späti um die Ecke abholen, wann es ihnen in ihren Tagesablauf passt.

Michael: Zu wissen, dass ein durschnittlicher Deutscher in seinem Leben nur 13 Minuten eine Bohrmaschine benutzt, bringt mich nicht dazu, eine zu leihen oder zu mieten. Bisher ist es einfach zu kompliziert. Wegen jedem Loch in den Baumarkt fahren? Oder von Gleichgesinnten über eine Peer-2-Peer-Plattform eine leihen? Jedes Mal dieses Hin und Her durch die ganze Stadt? Dann doch lieber One-Click Bestellung bei Amazon und das Ding dann zweimal im Jahr abstauben.

Julia: Das ist laut eurer Website euer größtes Plus. Ihr reduziert den Zeitaufwand beim Leihen.

Michael: Leihbar bringt die Bohrmaschine, GoPro oder den Beamer so nah wie möglich zu den Nutzern. Sie können auf unserer Webseite bestellen und am nächsten Tag im Späti um die Ecke abholen, wann es ihnen in ihren Tagesablauf passt. Zusätzlich setzen wir auf hochwertige Geräte von vertrauenswürdigen Herstellern. Denn unsere Vision ist, dass weniger Elektroschrott anfällt. Und das klappt nur, wenn die Hersteller sehen, dass sich mit Qualität mehr Geld verdienen lässt als mit Geräten, die so gebaut sind, dass sie schnell kaputt gehen.

Julia: Eure Nutzer mieten sich das gute Gewissen also gleich mit dazu?

Michael: Unsere Kunden müssen sich nicht im einzelnen mit den Produkten und deren Langlebigkeit befassen. Wir machen das für sie. Und durch die Abholung um die Ecke machen wir Leihen zur schlaueren Option gegenüber dem Kaufen. „Nudging“ heißt das im Fachsprech: Man designt ein System so, dass die richtige Alternative auch die einfachste ist. Und dann kann das richtige Verhalten zur Gewohnheit werden.

Julia: Klingt so, als ob ihr eine sehr nüchterne Definition von Revolution habt.

Michael: Diese Nüchternheit ist glaube ich die größte Stärke des Sozialunternehmertums der letzten Jahre. Die Utopisten des 20. Jahrhunderts wollten einen besseren Menschen heranziehen. Das hat sich als sehr schwierig erwiesen. Und in der Form wie es dann beispielsweise im realexistierenden Sozialismus umgesetzt wurde war es auch äußerst unmenschlich. Die neuen Utopisten akzeptieren die Menschen wie sie sind und designen menschlichere Systeme. Systeme, die den angeborenen Spieltrieb nutzen, den Herdentrieb oder eben die Faulheit. Bewusstsein macht die meisten unglücklich – das beweisen die Philospophen regelmäßig im Selbstversuch. Ich finde es völlig ok, wenn Leute das richtige tun, weil es die einfachste Alternative ist.

Julia: Grau ist alle Theorie – entscheidend ist aufm Platz?

Michael: Ja. Am Ende ist wichtig, mehr Tore zu schießen als zu bekommen. Und ob man die mit Glück reingestolpert hat oder voll kontrolliert in den Winkel geschlenzt hat, interessiert am Ende keinen. Wichtig ist das Ergebnis.

Julia: Und mit dieser Weisheit gebe ich zurück an die angeschlossenen Funkhäuser.

von Julia Helms
Michael Conzelmann
am 04.11.2015